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Going online . Oder: “Endlich bin ich drin, von wegen einfach”

Juni 24, 2011

Die etwas älteren unter uns können sich vielleicht noch an den berühmten Werbespot eines Internetproviders mit Deutschlands Lieblingsstrohkopf Boris Becker und dem zum Kult gewordenen Slogan “Bin ich schon drin? Das war ja einfach!” erinnern. Wenn das damals so einfach war, sollte ja heute in einer Zeit, in der man Internetflatrates, Sonderangebote und sonst was alles nachgeworfen bekommt, ein Internetanschluss kein Problem sein. Einige Provider scheinen da anderer Meinung zu sein. Ein Erfahrungsbericht.

6 Wochen vor dem Umzug

Wohlwissend, dass die Bereitstellung eines Internetanschlusses einige Zeit dauern kann, habe ich natürlich frühzeitig Angebote eingeholt, wobei ich leider erstmal die Information bekam, dass mein Wunschprovider Kabel Deutschland am neuen Wohnort nicht verfügbar ist. Also habe ich bei 1&1 gebucht und als Rechnungsanschrift noch meine alte (man muss ja erreichbar bleiben), als Lieferanschrift meine künftige Adresse angegeben. Soweit alles in Ordnung, ich hatte ein gutes Gefühl, schließlich hatte ich mich schön frühzeitig um den Anschluss gekümmert.

4 Wochen vor dem Umzug

Ein Anruf von 1&1: Man könne das gewünschte DSL 16000 am gewünschten Ort leider nicht erreichen, sondern nur DSL 700, ob man die Bestellung trotzdem wie gehabt beibehalten dürfe. Das habe ich natürlich verneint.

2 Wochen nach dem Umzug

Mein UMTS-Stick lief schon heiß, weil ich nach “nur”  6 Wochen noch immer nichts von 1&1 über die Bereitstellung meines Anschlusses gehört hatte, als mich endlich eine SMS erreichte mit einem festen Technikertermin an dem ich von 08:00 Uhr – 16:00 Uhr zu Hause zu sein hatte. Nach einigem Ärger, sich diesen Tag frei zu halten habe ich dann noch den Hausmeister gebeten, die entsprechenden Räumlichkeiten im Haus aufzuschließen und ich wartete hoffnungsvoll auf den Techniker.

3 Wochen nach dem Umzug

Der große Tag, endlich kein Rumgegurke mit ausgelutschten UMTS-Sticks mehr, endlich Internet! Ich sitze also ab 8 Uhr morgens da und warte auf den Techniker. Die Steckdose ist freigeräumt, die Kellerräume aufgesperrt. Um ca. 10 Uhr kommt ein Anruf aus meiner alten Wohnung: Der Techniker ist gekommen, aber nicht zur LIEFERadresse, sondern zur RECHNUNGSadresse! Und obwohl diese beiden Adressen höchstens 5 Minuten auseinander liegen, war es selbstverständlich nicht möglich, die Schaltung bei der richtigen Adresse vorzunehmen. Natürlich war ich “ein wenig”  verärgert (Urlaubstage wachsen nicht auf Bäumen) und habe sofort die (für nicht-1&1 Kunden – UND ICH HATTE JA KEINE VERDAMMTE 1&1 NUMMER OHNE ANSCHLUSS -  kostenpflichtige) Service-Hotline angerufen, wo man mir sagte, dass es beim wechseln der Bandbreite des Vertrages einen Fehler gegeben haben muss. Man müsse den ganzen Auftrag komplett neu aufnehmen, was so ungefähr 3 Wochen dauern könne. Dann könne man mir einen neuen Technikertermin zur Verfügung stellen. Ich wies den als höchstens bedingt kompetent zu bezeichnenden Menschen von der Hotline darüber hinaus noch an, gleich die alte Anschrift komplett aus dem Auftrag herauszunehmen.

2 Monate nach dem Umzug

Der neue Technikertermin liegt vor, hat ja auch nur 1,5 Monate gedauert. In 4 Wochen soll ein Techniker kommen. Wieder das selbe Spiel, und bloß nicht dran denken, dass ich schon 3 Monate in der Wohnung sitze ohne Internet. Aber jetzt nach vorne blicken: Hausmeister bitten, den Technikraum aufzusperren, die Arbeit informieren, dass ich zum genannten Termin in dem “überschaubaren” Zeitraum von lediglich 8 Stunden (8 Uhr – 16 Uhr, also den ganzen Arbeitstag) zu Hause zu hocken habe.

3 Monate nach dem Umzug

Ich saß natürlich wieder gespannt da, wartend auf die Erlösung in Form eines DSL6000. Wiederum gegen 10 wieder der Anruf aus der alten Wohnung: der Techniker war zum 2. Mal (!!) bei der falschen Adresse aufgekreuzt! Der Mensch von der Hotline, bei dem ich mich über die vertauschten Adressen beschwert habe, und der mir versprochen hat, diesen zu korrigieren, hat ihn weil’s so schön war gleich nochmal gemacht. Ich habe also da nochmal angerufen für nur Einunddrölfzig Euro, wo man mich nochmal für ca. einen Monat vertröstete. Direkt einen geharnischten Brief geschrieben, dass ich gemäß §323 BGB vom Kaufvertrag zurücktrete, wenn die Superhelden (ohne Witz, man braucht Superkräfte um das derartig zu verbocken) von 1&1 es nicht fertig bringen, innerhalb von 2 Wochen zu liefern.

3 Monate und 1 Woche nach dem Umzug

Ein Wunder, man hat es geschafft, mir einen Technikertermin bereitzustellen, und das in unter einem Monat Wartezeit, diesmal haben die sogar ohne jede Leistung schon mal die Internetnutzung für die letzten 3 Monate berechnet! Jedoch ist der Termin außerhalb der von mir gesetzten Frist von 2 Wochen, also habe ich nochmal gefragt, ob es möglich ist, diesen Termin vorzuverlegen, was man verneinte. Also: Rücktritt und schriftlich von 1&1 das dreist ohne erbrachte Leistung abgebuchte Geld zurückfordern.

3 Monate und 12 Tage nach dem Umzug

Ich habe mich nochmal bei Kabel Deutschland erkundigt, die dann feststellten, dass mein Hausteil vom Kabelanschluss her mit der Nachbarhausnummer zusammenhängt. Also wurde der Auftrag aufgenommen und ein Techniker meldete sich innerhalb von einer Woche bei mir und erkundigte sich nach einem Termin. Ich war baff: Ich werde gefragt, wann der Techniker kommen soll? Und der legt sich auch noch auf eine bestimmte Zeit fest? Woha!

3 Monate und 3 Wochen nach dem Umzug

Der Techniker ist da, schaut sich das ganze an, seufzt und informiert mich, dass der Auftrag falsch aufgenommen ist und er nochmal fahren muss.

3 Monate und 3,5 Wochen nach dem Umzug

Die Jungs von der Kabel Deutschland Hotline melden sich bei mir, entschuldigen sich tausendmal, versprechen mir, dass sie mich als Kunden nicht hängen lassen und alles tun werden, dass ich meinen Anschluss bekomme.
Man nimmt außerdem noch die Daten der Hausverwaltung auf, damit man sich dort alle Erlaubnisse für etwaige Umbaumaßnahmen einholen könne.

4 Monate nach dem Umzug, einen Monat nach 1&1

Ein neuer Techniker von Kabel Deutschland steht im Keller und schraubt auf Unternehmenskosten einen sündteuren Verstärker in den Keller. Fröhlich pfeifend steht er über 2 Stunden auf der Leiter und schraubt sich nen Wolf.
Irgendwann kommt er hoch und: ES GEHT! JA! INTERNET! DSL32000!

Fazit

Also das mit 1&1 war wirklich ein Desaster, die bekommen von mir wirklich nie mehr auch nur einen einzigen Cent, während ich mich als Kunde noch wirklich nie so gut behandelt gefühlt habe wie bei Kabel Deutschland! Die Jungs haben ne kostenlose Hotline, kompetente Mitarbeiter, die halten, was sie zusagen und unglaublich niedrige Bearbeitungszeiten!
Wenn ihr jemals nen Provider sucht, holt euch Kabel Deutschland! Dazu muss man sagen, dass Kabel Deutschland preislich für DSL32000 nur so viel verlangt, wie 1&1 für DSL16000, also gerade mal die Hälfte der Leistung… Das nenn ich genial! Und die Leitung hält, was sie verspricht! Bitte, Kabel Deutschland, macht weiter so!

From → Technisches

One Comment
  1. ICH hab dir Kabel Deutschland empfohlen (Betohnung liegt auf Fohlen)!!!

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